Montag, 13. April 2015

Was Du in die Welt hinaussendest …

... werden wir hundertfach zurückbekommen. So wird es seit Jahrtausenden behauptet.

Heute beil LIDL. Ich gebe mein Leergut ab. Ich lege Flasche für Flasche in diesen Automaten der mir bei jeder Flasch anzeigt was ich an Geld zurückbekomme. Er zeigt 17,50 € an. Ich schaue in den Wagen. Puuh, denke ich mir...da ist ja mindestens nochmal soviel.

Im gleichen Augenblick nehme ich eine Gestalt wahr die im Mülleimer - oder Müllkorb - im LIDL rumwühlt. Ich drehe mich zu dieser Gestalt hin und sehe es ist ein Mann.

"Suchst du Flaschen?" frage ich.
"Ja" sagt er "aber wieder verwertbare" fügt er hinzu.

"Hier" sage ich und schiebe ihm meinen Wagen nicht. Er schaut sich den Wagen an und sagt": Aber..."

"Nix aber" sag eich "kannst du haben. Ich schenke es dir!"

Er kann es nicht fassen, schaut mich neugierig und fragend an. Wahrscheinlich ist er dsowas nicht gewohnt. "Doch, doch" sage ich "nimm es. Ich schenke es dir gerne. Aber den Wagen möchte ich wieder. Da ist 1 € drin ".

Er nimmt den Wagen und fängt an die Flaschen einzeln in den Automaten hinein zu legen.
"Wir machen das so" sage ich. "Ich tue die Flaschen in diese Tüten und du nimmst die Tüten. Ich muss nämlich weiter!"

"Ok" sagt er und reicht mir seine Hand zum Dank. ich nehme seine Hand lege meine zweite auf seine und freue mich mit ihm. "Habe ich sehr gerne gemacht!" und wir trennen uns.

Ich hole mir zwei Brezeln und gehe an die Kasse um zu beazhlen. Ich kenne die Kassiererin. Sie gibt mir mein Restgeld, bügt sich und holt etwas aus dem Schrank unter der Kasse. Es sind zwei Tüten. Eine mit Schokoladeneiern und eine mit Geelefrüchte.

Ich war überrascht und habe mich gleichzeitig auch gefreut. Ich hatte das gleiche Lächeln im gesicht wie der Mann dem ich die Flaschen geschenkt habe.

Ja, ich bin der Meinung, dass ist die Dankbearkeit die mich erreicht hat, weil ich etwas in die Welt hinausgesendet habe. Da bin ich überzeugt.

(c) georg mouratidis

Sonntag, 12. April 2015

Aγνή Aγάπη - Reine Liebe - Pure Love

Meine liebe Y.,

mir ist es wichtig dir das zu schrieben. Für dich zu schreiben. Mich beschäftigt immer noch mein Gefühl zu dir. Ich bin auf der Suche danach was genau das ist, was mich von dir nicht loslässt. Also rede ich gerne darüber. Zum Beispiel auch mit Jota.

Ich erzählte ihr, dass ich auf der Suche bin. Dass ich mir nicht sicher bin, welche Liebe es ist, die sich bei mir meldet.? Ist es wirklich nur sexuelles Verlangen, väterliche Liebe oder mehr?

Sie fragte mich:“Was würdest du denn tun, wenn sie mit dir Sex haben wöllte?“

„Sofort!“ antwortete ich.

Ich sagte ihr, dass ich vermute, dass es auch die Art von Liebe ist, die in „uns“ lebt, dass wir ähnlich denken und es leben wollen. Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Offenheit.

Plötzlich sagte Jota:“αγνή αγάπη“

„ja“ antworte ich. „genau das ist es!“.

Dieses Gespräch ging mir nicht aus dem Kopf. Es beschäftigte mich. Den ganzen Tag. Und dann sprach ich mit Jota wieder darüber:
„Je mehr Zeit vergeht, Stunden oder Tage, desto klarer wird mir, dass die Liebe zur Y. nicht reiner sexueller Natur ist. Oder gar der Wunsch nach einer Partnerschaft mit ihr. Ich habe solche Gedanken nicht. Es ist mehr. Das was du mir heute morgen gesagt hast und mir gefallen hat. αγνή αγάπη – reine Liebe -. Das ist das was ich dir versucht habe zu erklären. Es gibt mehrere Arten der Liebe. Und zur Y. empfinde ich immer mehr und mehr diese „reine liebe“. Trotzdem, würde sie mich fragen ob ich mit ihr sex haben wöllte; Sofort! Halt mich für verrückt, aber so ist es eben“

Jota antwortete mir: „Nein, ich halte dich nicht für verrückt. Ich verstehe dich. Dann bist du eben der 'gefickte'.

„Was meinst du mit 'gefickt', verstehe ich nicht?“

„Na ja“ sagt Jota, „du hast den Wunsch nach etwas, was du nicht bekommen wirst? Und diese Art der Liebe wird sehr schwer vergehen?“

„Nochmal, meinst du hier den Sex? Wie kann ich dir das erklären. Heute morgen hast du diesen Satz gesagt...der mir sehr gefällt...ich ganz gut damit kann...es fühlt sich stimmig an...das ist mein Wunsch...mein Begehr...diese reine Liebe...und ich empfinde es so als ob wir sie uns beide geben (wollen)...und würde sie mich fragen – ich wiederhole mich, ich weiß – willst du mit mir Sex haben, dann würde ich sofort ja sagen. Das habe ich dir aber heute erzählt...ich weiß du wirst mich nicht für verrückt halten...und ich weiß du wirst mich verstehen...nur mit dieser „reinen Liebe“ würde ich Sex mit ihr haben wollen...verstehst du mich..Sex mit reiner Hingabe...nicht wie man im Deutschen – verzeih mir den Ausdruck - „ficken“ sagt. Sondern mit voller Hingabe...Mit der Hingabe von reiner purer Liebe, Das wollte ich dir erzählen...Du hast diesen Satz gesagt der mir mehr und mehr gefällt. Verstehst du mich? Irgend wann wirst du mich verstehen.“

„Ich weiß was du sagst. Ich verstehe dich. Ja, ich habe dich verstanden. Du bist nicht verrückt. Das ist das Schönste was es gibt. Wenn dir jemand so etwas gibt und du es erwidern kannst. Das ist nicht nur im Lotto gewinnen oder ein großes Los zu ziehen...das ist VOLLKOMMENHEIT!“

Liebe Y., ich weiß nicht wieviel Ehrlichkeit, Offenheit und Liebe du ertragen kannst. Wieviel dein junger Körper und Geist bereit ist zu empfangen. Ich weiß um deine Angst. Ich weiß auch über die Art und die Menge Liebe die du in deinem Leben erhalten hast. Respektive nicht erhalten hast. Ich weiß, dass du mir gesagt hast, dass du es nicht gewohnt bist „so viel“ Liebe zu erhalten. Zu bekommen. Zu erfahren. Ich weiß, dass ich Gefahr laufe, dass sich unsere Beziehung dadurch etwas „versteifen“ könnte. Ja sogar auflösen könnte. Doch dieses Risiko gehe ich ein. Wegen der „reinen Liebe“ zu dir.

Du bist in mein Leben gestolpert. Ich hätte nicht gedacht, dass unsere Beziehung diesen Weg gehen wird. Aber, so ist das Leben. Ohne dich zu kennen schrieb ich dir von „der Perle“. Weil ich wohl etwas er-spürte. Eine Seelenverwandtschaft. Ich suchte nach Wege, Worte um dieses Empfinden zu erklären. Am Anfang kam so etwas wie „Vaterliebe“ hoch. Ja! Zumindest war das der erste Versuch meine Gefühle erst Mal für mich zu erklären. In Worte zu fassen.

Dann bemerkte ich auch eine körperliche Anziehung. Meinetwegen „sexuelle“ Anziehung. Auch ja! Denn wie ich dir mal gesagt habe, so unsexy siehst du nicht aus. Diese explosionsartige Aussagen, mal in Richtung Vaterliebe, mal in Richtung flirten, mal in Richtung Empathie, waren genau die Emotionen die zu diesem Zeitpunkt in mir lebendig waren. Und ich äußerte sie einfach. Ich lebte sie.

Manchmal sagte ich etwas, dass dich ver-ärgerte. Das hast du mir ja auch oft gesagt. Es war nicht meine Absicht dich zu verärgern oder gar dir Angst zu machen. Es war der Versuch dir zu zeigen was ich für dich empfinde. Ab und zu haben wir uns ja „wieder“ gefunden. Wir sind beide auf den selben Weg gelaufen.

Und trotzdem befriedigte mich dies nicht. Mein starker Wunsch nach „DER“ Erklärung, nach dem benamsen dieses Gefühls fehlte mir. Ich war innerlich nicht zufrieden. Irgend etwas trieb mich an. Also entschied ich mich es dir zu sagen. Mit der Hoffnung heraus zu finden was es ist. Es war der Versuch und das große Verlangen mit dir es herauszufinden. Es gemeinsam heraus zu finden. Dass ich den Eindruck habe, dass es mehr als nur Vaterliebe ist. Auch hier kam ich nicht weiter. Denn als ich es dir gesagt habe, waren deine Aussagen der Natur, dass für dich diese Option gar nicht existiert. Und dass du auch Angst vor mir hast. Ich empfand eine Verteidigung deinerseits, war traurig und nachdenklich.

Also ging ich bei diesem Thema nicht mit dir auf die weiteren Suche. Ich suchte andere Menschen die „keine“ oder eben nicht auf dieser Ebene, emotionale Bindung zu mir haben. Und so habe ich es gefunden was es ist.

Zumindest ist es für mich sehr stimmig und ich fühle eine Ruhe und Gelasssenheit. Diese Erkenntnis wurde zwar auch durch unsere tiefen und offenen Gespräche immer wieder gefestigt. Nur DIE Erklärung habe ich nie gefunden. Weder alleine noch mit dir zusammen. Jetzt habe ich sie.

Ich weiß jetzt was ich für dich empfinde. Ich benötige keine Beweise im Sinne von Beweise. Das habe ich dir auch gesagt. Damals an dem besagten Smastag.
Denn ich liebe dich „weil du bist“. Einfach nur weil du existierst. Weil du dich fallen lässt...

Dieses Gefühl hatte ich in meinem Leben genau zwei Mal. Und eine davon war mit einem Mann, Diese pure, reine Liebe. Ich bin so froh, dass ich dich kennen lernen durfte, darf und wünsche mir, dass ich dich weiter er-kennen darf.

Ja, ich liebe Dich. Und das ist keine dieser inflationären Floskeln!


(c) georg mouratidis

Freitag, 10. April 2015

Rechts- und Linksgewinde!

Ich bin der Ansicht, dass Empathie einen angeborene Gabe ist. Nur braucht es auch das Umfeld um es (aus)zu.leben. Das Elternhaus, Kindergarten, Schule, Freunde ... wären ein geeignetes Umfeld.

Leider wird es nicht immer und bei jedem "gelebt". Woher denn auch, diese Menschen hatten doch dieses Umfeld mit hiher Wahrscheinlichkeit auch nicht gehabt.

Am besten ist es mE bei Einzelkindern zu sehen. Sie bekommen (vllt.) Empathie, doch es ist nahezu unmöglich Einzelkondern das "Empathie-geben-Umfeld" auszubreiten. Die meisten Einzelkinder lernen nicht zu teilen, sich auf andere einzulassen.

Leidvoll ist es wohl bei Kindern (und später Erwachsene) die weder das eine noch das andere gezeigt bekamen. Weder Empathie erhalten noch ihnen vorgelebt wurde wie sie Empathie geben können.

Der Schock ist dann so groß, wenn dann doch jemand plötzlich da ist, der ihnen diese Empathie gibt. Sie durch nachfragen verstehen möchte. Mit ihnen gemeinsam in die tiefen Seelen gänge hinabsteigt. Sie dabei untersützt sich selbst zu verstehen und auch zu verstehen was sie von sich selbst trennt. Jemand der durch bloßes Anschauen mit ihnen Verbindung aufnehmen möchte. Ihnen Aufmerksamkeit schenkt.

Diese Erkenntnis kann wohl sehr heilend sein, aber auch sehr schmerzhaft. Diese Erkenntnis kann den einen oder anderen zum Schwanken bringen. Manschmal sogar sich selbst in Frage stellen. Sie empfinden das neutrale Anschauen als "unwohl"; kennen sie es doch nicht anders. Und noch niemals hatten sie jemand der sich in sie einfühlen möchte. Oder sich gar die Mühe gemacht hat es zu wollen. Und jetzt stehen sie vor was Neuem, Unbekanntem.



Es ist ähnlich zu sehen, wie wenn ein Lehrling in der Werkstatt jahrelang nichts anderes zu tun hatte als eine Mutter mit Rechtsgewinde auf eine Schraube mit Rechtsgewinde - tag ein tag aus - zu drehen. Und jetzt bekommt er eine mit Linksgewinde. Es kann sehr frustrierend sein, wenn man diese blöde Mutter nicht auf die Schraube bekommt. Und man selber nicht weiß woran das liegt. Hat es doch jahrelang so gut funktioniert. Jetzt kann er die Schuld bei sich selbst suchen oder beim Ausbilder.

Also ist es wichtig diesen Menschen sachte und vorsichtig auf das Linksgewinde vorzubereiten. Ihn darauf aufmerksam machen, dass es sowas wie ein Linksgewinde gibt. Das ein Linksgewinde ok ist und hier niemand "schuld" ist, dass die Mutter nicht auf Anhieb drauf passt. Denn es bedarf Übung, wie man die Mutter anfassen muss, die Schraube anfassen muss, wie die Mutter drehen damit sie auf die Schraube fassen kann. Es bedarf genau dieses Umfeldes um "Empathie" zu erfahren. Empathie empfangen erfahren.

Es ist dann ein sehr erhabenes Gefühl, wenn jemand es geschafft hat eine Mutter auf eine Schraube mit Linksgewinde zu drehen. Es ist ein warmes, zufrieden stellendes und freudiges Gefühl Empathie zu empfangen.

Wenn der Weg dorthin so steinig und schmerzvoll war, um wieviel schwieriger wird es wohl sein "Empathie" zu geben. Aus ganzem Herzen zu geben. Anderen non dieser "Frucht der Erkenntnis" etwas abzugeben? Haben wir doch selbst die Erfahrung gemacht wie "süß" das jetzt schmeckt wenn sich anderen in uns einfühlen. Wenn wir endlich mal im Mittelpunkt stehe. Wenn wir verstanden werden.

Und jetzt soll ich davon abgeben?!

Das wird viel schwieriger sein als Empathie zu empfangen. Deshalb brauchen wir sehr viel Geduld mit Menschen die nicht in der Lage sind - noch nicht - sich auch um andere zu kümmern. Denn es gibt so vieles mehr als nur Rechts- oder Linksgewinde.

Denn dieser Mensch muss erst die Erfahrung selbst machen, welche Freude es ihm und den anderen bereiten kann, wenn ER ihnen das Linksgewinde-Eindrehen zeigt. Wenn er jetzt das Umfeld für andere vorbereiten kann. Mit Freude vorbereiten kann. Und nicht aus Angst vor Verlust er sich diesem verweigert!

(c) georg mouratidis