Sonntag, 29. September 2013

Gleich auf den Bauch zu hören!

Vor ein paar Wochen hatte ich eine Diskussion am Telefon. Mit einem Radiosender der mich zu meiner Arbeit interviewen wollte.

Ich versuchte bestimmt drei oder vier mal ihn zuerreichen. Es klappte aber nicht. Beim fünften Mal ging der Herr ran mit dem ich sprechen wollte.

"Du bist ja besser geschützt als Fort Knox" sagte ich zu ihm.
"Wieso?" fragte er mich.
"Naja, ich habe jetzt bestimmt 100 mal versucht dich zu erreichen".
"Es steht ganz klar auf unserer Homepage, dass wir zwischen einer bestimmten Zeit nicht erreichbar sind. Du bist doch auch nicht immer erreichbar, oder. Wir müssen arbeiten.".

Ups, dacht ich mir. Der muss sich verteidigen?

"Es war nur ein Joke, Marco. Nur ein Joke. Lass uns jetzt über das geschäftliche reden." sagte ich.


Ich fing an meine Frage zu stellen, doch ich kam nicht weit. Er fiel mir ins Wort und erzählte und erzählte. Obwohl ich meine Frage gar nicht zu Ende gestellt habe. Ich nahm einen neuen Anlauf und er fiel mir wieder ins Wort. Ich blieb wieder ruhig. Also ließ ich ihn wieder reden. Ich nahm einen dritten Anlauf und er fiel mir wieder ins Wort. Es wurde für mich anstrengend jemandem zuzuhören der mir Antworten gab auf Frage die ich nicht gesteltl habe.

"Lieber Marco, ich habe jetzt versucht drei mal Anlauf zu nehmen, doch du fällst mir ins Wort. Es ist für mich anstrengend und ich bin stinksauer...."

Er fiel mir wieder ins Wort:" Ok, dann sprich" sagte er.

"Ich habe keine Lust mehr und ich möchte das Gespräch hier beenden!"

Und er erzählte und erzählte und erzählte. Sowas wie :" Wenn das deine Strategie ist bei einem Gespräch ..." und "Schon komisch, und du bist Coach ...?" und und und.

Ich hörte ihm zu und als er fertig war um Luft zu schnappen, sagte ich zu ihm: "Ja, also tschüss!"

Keine zehn Minuten später schickte er mir eine Email mit "...Kopfkino wenn du als Coach Unternehmen berätst, legst einfach auf, ..." und "lass uns es nochmal versuchen".

Ich habe die Email gelesen wollte jedoch nicht sofort antowrten. Ich wollte erst am nächsten Tag antworten. Ein paar Stunden später erhielt ich eine neue Email in der er schrieb, ich könnte unsere Zusammenarbeit als beendet sehen, da ich es ja nicht mal für nötig gehalten habe auf seine letzte email zu antworten. Keine Minute später sah ich auf seiner Homepage dass die bewerbung des Interviewes gelöscht war.

Genau zu diesem Moment war ich mir sicher, dass ich mit diesem MEnschen nicht zusammen arbeiten möchgte. Dass mein Bauchgefühl der letzten Tage recht hatte. Ich jedoch nicht drauf gehört habe.

Menschen denken, dass Coaches die andere beraten wohl alles schlucken müssen. Sie haben feste Vorstellungen von dem, wie und wann andere zu reagieren haben. Und sie müssen andere auf jeden Fall bis zum Schluss verstehen. Sind sie doch schliesslich Coaches und Berater. Menschen denken, ich habe so zu reagieren wie sie es erwarten. Die email dann zu beantworten wenn sie das wollen. Anderen zum 30 Mal ins Wort fallen und die anderen haben das zu ertragen.

Falsch gedacht. Ich sage es, wenn mir etwas nicht passt.
Und für das Kopfkino anderer bin ich nicht zuständig.

Diese Erfahrung mache ich öfters in meinem Leben. Es wird so sehr die Verantwortung abgegeben, andere für die eigenen Gefühle verantwortlich gemacht und gleich ist ein Schuldiger ausgemacht. Und dann noch dieses Schubladendenken wie "Coach und Berater kann doch sowas nicht machen."

Und genau diese Menschen kommen nicht damit klar, wenn sie die Konsequenzen für ihr Verhalten zu tragen haben.

Und die Moral von der Geschichte? "Gleich auf den Bauch zu hören!"

(c) georg mouratidis, http://seiderdubist.de

Freitag, 27. September 2013

Der erste Eindruck zählt!

Ist das wirklich so?
Oder ist da was dran an der Aussage? Der zweite ist entscheidend!"

Einfach mal nur zum Nachdenken. Wie schnell wir voreilig andere beurteilen oder gar über sie urteilen. Nur wegen des ersten Eindrucks.

(c) georg mouratidis

Donnerstag, 26. September 2013

Pädophilie = nur Mann!

Kann schön provokativ diese Aussage, gell?
Doch lesen Sie mal was Schubladendenken ausrichtet und wie wir solche Schubladendenken züchten.

Vor einiger Zeit war ich in einem Möbelhaus welches eine sogenannte Kidscorner hat. D.h., dieses Möbelhaus hat einen Bereich seiner Verkaufsfläche zur Verfügung gestellt. Für Kinder. Wundervoll eingerichtet mit vielem was Kinderherzen höher schlagen lässt. Ist ja nichts gegen einzuwenden, oder? Sehr ehren voll, oder?

Hm, irgendwie kam ich mit der Zuständigen ins Gespräch. Ins Gespräch zum Thema Toilettengehen mit den Kindern.

Sie sagte mir, dass Männer nicht mit den Kindern auf die Toilette dürfen.
Ich habe es erst nicht verstanden und fragte nach: "Verstehe ich Sie richtig. Sie dürfen mit den Kindern nicht auf die Toilette? Müssen Sie die Eltern holen?".

"Nein" sagte Sie. "Männer dürfen das nicht. Männer dürfen nicht mit den Kindern auf die Toilette gehen!".

"Wer sagt das?" fragte ich.

"Na die Eltern!".

Nochmal fragte ich nach: "Eltern verlangen, dass die männlichen Angestellten die hier arbeiten mit den Kindern nicht auf die Toilette dürfen?".

"Ja" sagte sie mir.

"Weshalb?" frage ich.

"Naja" sagte sie.

"Naja was?" frage ich.

"Naja, wegen Angst von sexuellem Missbrauch. Pädophilie und so!".

"Das ist nicht ihr Ernst?" frage ich "und wie denkt Ihr Chef darüber?" frage ich.

"Naja, er hat es dann angeordnet. Und in manchen unserer Häuser werden keine Männer in diesem Bereich eingestellt!"

Ihr Chef unterstützt diese dumme Gedanken der Menschen?".

"Ja" sagt sie.

"Und wie denken Sie darüber?" frage ich.

"Ich finde es Scheiße. denn so züchten wir ja dieses Denken" antwortet sie mir.

Ich persönlich bin entsetzt darüber wie sich Menschen verhalten. Männer = Pädophilie einerseits und andererseits wie ein Möbelhausinhaber sich diesem beugt indem er ins gleiche Horn blässt und zugleich Männer so diskriminiert.  

(c) georg mouratidis









Weshalb legen wir alles Kind ab?

~Als ich ein Kind war, dachte ich wie ein Kind, lebte ich wie ein Kind, war ich ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich alles Kind ab! - Autor mir unbekannt -

Als ich dieses Zitat hörte, was er mir ein Bedürfnis das festzuhalten. Und ich fragte mich: "Weshalb ist das so? Weshalb legen wir alles Kind ab?"

Die Antwort für mich ist: "Weil uns das beigebracht wird. Weil uns das Kindliche weggenommen wird. Von den Eltern, den Lehrern, der Gesellschaft. Weil uns beigebracht wird Gefühle zu unterdrücken, zu vernachlässigen, gar nicht erst wahr zu nehmen. Ein Mann hat keine Gefühle zu zeigen. Geschweige denn zu haben.

Und genauso ist es mit den Bedürfnissen. Ein Mensch hat keine zu haben. Und eine Frau schon gar nicht.

Nun, es werden hier viele aufschreien - vielleicht - und sagen, dass das nicht überall und nicht bei jedem so der Fall ist. Nun, wer kann das sagen? Wieviele von 100 können aufstehen und sagen, dass sie all das Kind sein dürfen, oder sogar sind? Ich erfahre in meiner Arbeit das Gegenteil. Von Kindern, über jungen Menschen bis hin zu Erwachsenen die nicht ihr eigenes Leben leben. Sondern ein Leben das ihnen vorgelebt, auferlegt oder sogar (auf)gezwungen wird.

Wieso geben wir, wenn wir Erwachsen werden, all das Kind ab?

(c) georg mouratidis

Dienstag, 24. September 2013

Das Geschenk der Stille

Eines Tages kamen zu einem einsamen Mönch einige Menschen. Sie fragten ihn: “Was ist der Sinn von Stille und Meditation, für die Du und Deine Brüder stehen?”

Der Mönch war gerade mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt. Er sprach zu seinen Besuchern: “Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?” Die Leute blickten in den tiefen Brunnen und antworteten: “Wir sehen nichts!”

Der Mönch stellte seinen Eimer ab. Nach einer kurzen Weile forderte er die Leute noch einmal auf: “Schaut in den Brunnen! Was seht ihr jetzt?” Die Leute blickten wieder hinunter: “Jetzt sehen wir uns selbst!” “Ihr konntet nichts sehen” erwiderte der Mönch, “weil das Wasser unruhig war wie euer Leben. Nun aber ist es ruhig. Das ist es, was uns die Stille schenkt: man sieht sich selber!”

Dann gebot der Mönch den Leuten, noch eine Weile zu warten. Schließlich forderte er sie auf: “Und nun: Schaut noch einmal in den Brunnen. Was seht ihr?” Die Menschen schauten hinunter. “Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens.” Da erklärte der Mönch: “Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge.”
 
(aus dem Zen)

Möchtest du auch lernen "dich selbst zu sehen"?.
Ja?, mehr Informationen auf meiner Homepage

Montag, 23. September 2013

Gehorsam, Lob und Belohnung

Gehorsam wird aber nicht nur unmittelbar durch Strafe und Furcht produziert, sondern auch mittelbar durch den verinnelrichen Druck, Leistung bringen zu müssen, und einfach nur durch Belohnung (Anm. von mir: und durch Lob). Wir merken gar nicht, dass mit solchen Druckmittlen das Verhalten hervorgerufen wird, sich an gesellschaftlichen Normen anzupassen.

- Dem Leben entfremdet, Arno GRUEN -
Nicht ohne Grund lehnt die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) "Loben und Belohnung" ab. Denn das zwingt Menschen dazu das zu tun, was andere wollen. Nicht jedoch aus der Überzeugung heraus, dass das dem Leben dient. Beider Leben! 
Mehr über das Loben im Zusammenhang mit der GFK finden Sie in diesem Artikel oder auch unter Lob und Belohnung

-gm-

Sonntag, 22. September 2013

Das eigene Leben leben!

"Wer ein anderes als sein eigenes Leben lebt, wer nicht mit der Wahrheit des Schiffbrüchigen verbunden ist, fälscht sein Selbst, um sich abstrakt rechtfertigen zu können und zementiert sein Leben, dessen Grundlage ebenso gefälscht ist. Wer sein Leben nicht lebt, fälscht es unbewusst, weil Schmerz, Leid und Schiffbruch in unserer Kultur mit Schwachsein gleichgesetzt werden."

- Auszug aus dem Buch "Dem Leben entfremdet, ARNO Gruen -

Das erinnert mich an all die Menschen die ich begleitet habe. All die die nicht ihr eigenes Leben leben. Weil sie so konditioniert wurden. Weil sie voller Angst sind. Angst um ihren Arbeitsplatz, um ihre Beziehung, Angst was die anderen sagen, wenn sie das oder jenes nicht erreichen. 
Wie sagte mir ein junges Mädchen das ich begleitet habe? "Ich habe die Eier nicht meinem Chef das genau so zu sagen!"

Und genau diesen Menschen möchte ich die Kraft geben genau der su sein, der sie tatsächlich sind und auch sein wollen. Dass sie diese "Eier" bekommen, entwickeln, um für ihr eigenes Seelenheil Verantwortung zu übernehmen.

In diesem Sinne: Sei der du bist - aber der sei!

-gm-

Samstag, 21. September 2013

Wir wenden uns dem Untergang zu

Geist ist eingedrungen in die Natur, wie das Messer dringt in eines Baumes Mark. Nunmehr freilich kann die toddrohende Schneide nicht aus dem Stamme herausgezogen werden, denn der Baum würde dabei verbluten. Aber niemand darf behaupten, dass ein Schwert im Herzen der Weltesche das Merkmal sei für ihre Gesundheit. 
- Jean-Jacques Rousseau (1750) : Über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen -

Mittwoch, 18. September 2013

Der Müll - Das Geschenk!

Ich stehe beim Trölsch, möchte mir ein Frühstück holen.
Ich beobachte einen jungen Burschen - so ca. 3 Jahre alt -
Er sagt so vor sich hin: "Morgen, ..., morgen, ..., morgen."
Keiner reagiert!
Er schaut mich an. Sagt "Morgen"
"Morgen kleiner Mann" sage ich.
Er reicht mir etwas rüber. Ein Blatt mit Stengel. Braunes Blatt. Verwelkt!
Ich nehme es und bedanke mich.
Der junge Bursche freut sich, lächelt und dreht sich zur Mutter um.
Diese ist an der Kasse und bezahlt.
Sie kommt auf den Jungen zu und nimmt ihn bei der Hand.
Im Augenwinkel erkennt sie wohl, dass er mir dieses "Ding" gegeben hat. 
Dreht sich auf dem Absatz um und nimmt es mir aus der Hand.
Ohne mich zu fragen.
"Was glauben Sie wie es dem jungen Mann gefällt, wenn Sie mir das wieder wegnehmen?" frage ich.
Sie schaut mich an und sagt:"Wollen Sie diesen Müll etwa haben?"
"Ich weiß nicht, ob der junge Mann das als Müll sieht" sage ich.
Der junge Mann beobachtet das Ganze und will das Blatt aus der Hand seiner Mutter nehmen.

Sie schaut mich gleichzeitig entgeistert an und drückt mir das Blatt in die Hand, so als wolle sie sagen: "Hier haben Sie den Mist!". Ich vermute das, weil ich ihren Gesichtsausdruck gesehen habe.

"Danke" sage ich.
Der junge Mann ist irgend wie wieder fröhlich, als ich sein "Geschenk" wieder habe.

Die beiden gehen.

"Genau" sagt eine ältere Dame neben mir. "Sie haben Recht. Da sehen Sie mal wie die heutige Generation so ist und denkt!"

"Nun" sage ich "sie wissen es nicht besser!"

Ich habe mich eine Weile lang gefragt, was wohl die Mutter dazu veranlasst hat so zu denken. Ich werde es wohl nie erfahren.

-gm-