Sonntag, 11. März 2012

Die Fesseln lösen!


Sollten Sie Schwierigkeiten mit Ihren Mitmenschen haben, dann machen Sie sich auf einen Schock gefasst: 

Mit Ihnen selbst stimmt etwas nicht. Es gibt keine Schwierigkeiten im Umgang mit anderen. Wenn Sie sich selbst ändern, ändert sich auch alles andere. Wenn Sie loslassen können, werden sich die Menschen ändern. Sie sehen die anderen nicht so, wie sie sind, sondern so, wie Sie selbst sind! Wenn mich jemand ärgert, mir auf die Nerven geht, stimmt etwas mit mir nicht. Ich muss mich ändern. Wie kann ich jemandem soviel Macht über mich geben, dass er mich ärgern kann? Wie kann ich jemandem die Macht geben zu entscheiden, ob ich fröhlich oder traurig bin? Wenn ich jemandem soviel Macht verleihe, muss ich auch die Konsequenzen tragen. In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen, nur Konsequenzen. An mir liegt es, zu wachsen und mich ihnen zu stellen.
 
Darüber hinaus braucht man auch Mut, sich nicht manipulieren zu lassen. Man hat Angst, nein zu sagen, Angst jemanden auf sein eigenes Leben zu verweisen: ‘Lebe du dein Leben und lass mich meines leben!‘
 
Unser Glück gründet nie auf etwas Bestimmtem. Wahres Glück hat keine Ursache. Was sagen Sie nun? Wenn Sie jemand glücklich macht, oder Ihr Beruf Sie glücklich macht, geht es dabei nicht wirklich um Glück, sondern um die Erfüllung eines Wunsches: Ich möchte irgendetwas, nehme einen Anlauf, schaffe es, bin begeistert, mache weiter bis zum Schluss, fühle mich belohnt, es macht mir Spaß, schließlich werde ich dessen müde. Wenn ich es nicht schaffe, werde ich unruhig. Das ist kein Glück! Das sind Gefühle, Erfüllung eines Wunsches.
 
Manchmal meine ich, fast die ganze Welt ist auf Unglücklichsein vorprogrammiert. Die meisten sind einfach unfähig, nicht unglücklich zu sein, ihr Leben ist ein ewiges Auf und ab, wie ein Pendel, und sie leiden. Ich sage es noch einmal: Glück hat keine Ursache. Wenn Sie nichts und niemand verletzen kann, kein Mensch und kein Vorkommnis, dann sie Sie glücklich.
 
Was kann man tun, um glücklich zu sein? Nichts! Man kann nichts tun, braucht nichts zusätzliches, man muss etwas lassen! ...

- aus: "Die Fesseln lösen", Anthony de Mello -

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