Samstag, 22. Januar 2011

Wohin mit meinem Ärger? Wohin mit meiner Wut?
Teil 1/4:

"Auf keinen Fall unterdrücken!"

Wut und Ärger ist ein Produkt uneseres Denkens, unserer Sprache die uns beigebracht wurde, die Art zu kommunizieren. Und nicht zuletzt auch inwieweit uns die Fähigkeit beigebracht wurde, in Spannungssituationen nach möglichen Strategien/Lösungen zu suchen.

Es ist gefährlich zu glauben, Wut und Ärger unterdrücken zu *müssen*., Wut und Ärger sein etwas *Schlechtes*. Wut und Ärger sind Alarmsignale.! Unser Schutzmechanismus ist auf *high sensitive* und meldet uns, dass *irgend etwas* unser Wohlbefinden massiv beeinträchtigt. Das jetzt hinunterzuspülen, zu unterdrücken kann eines Tages einen sehr hohen Preis einfordern.

Wie hoch so ein Preis sein kann, können wir in den Zeitungen lesen, oder in den Nachrichten hören. Erfurt, Winnenden und andere Ereignisse. Fragen wir dann das nähere Umfeld dieser Menschen, dann heißt das: "Er/sie war immer so nett. So hilfsbereit und zuvorkommend. Er/Sie ist nie negativ aufgefallen.". Und so weiter und so fort...

Noch ein anderer Aspekt weshalb Wut und Ärger nicht unterdrückt werden soll(t)en: Es kann in unserer *dominanten* Gesellschaft von einigen wenigen beabsichtigt und gewünscht sein, dass andere ihre Wut und ihren Ärger unterdrücken/runter schlucken. Denn das kann dazu führen, dass diese Menschen dann unterdrückt werden (können), in dem man sie dazu bringt alles zuzulassen was immer diese *Dominanz* mit ihnen auch macht. Und irgend wann gesellt sich, zur Wut und Ärger, auch deren Freundin die Angst hinzu.

In der Gedankenwelt der "Gewaltfreien Kommunikation" wird Wut und Ärger auf die Art genutzt die uns hilft, näher an unsere Bedürfnisse heranzukommen.

Mancher mag hier aufschreien und meinen: "Kommen wir dann nicht noch gefährlich näher an unsere Wut und unseren Ärger? Werden wir dadurch nicht evtl. noch wütender und noch ärgerlicher?".

Ja, das mag sein. Nein, vllt. ist das ganz eindeutig so. Doch dadurch werden wir erkennen (können) was in uns vorgeht. Wenn wir die GFK *nutzen*, so haben wir einen sehr *festen* Handlauf der uns dabei unterstützt eben die *nicht erfüllten* Bedürfnisse auszumachen. Und wenn wir das *entdeckt* haben, dann können wir nach Möglichkeiten suchen um diese Bedürfnisse zu erfüllen. Entweder ganz alleine für uns und mit uns. Oder aber auch mit unserem Umfeld gemeinsam.

-gm-

Kommentare:

  1. "An Ärger festhalten ist, wie nach einer heißen Kohle zu greifen, um sie nach jemandem zu werfen. DU bist derjenige, der sich daran verbrennt."
    - Gautama Buddha -
    (563 - 483 v. Chr.)


    „Jeden Morgen erwacht in Afrika eine Gazelle mit dem Wissen, dass sie dem schnellsten Löwen entkommen muss, damit sie nicht getötet wird. Jeden Morgen erwacht in Afrika ein Löwe mit dem Wissen, dass er schneller sein muss als die langsamste Gazelle, damit er nicht verhungert. Ganz gleich ob Du Gazelle oder Löwe bist: bevor die Sonne a...ufgeht, wärst Du besser schon losgerannt.“

    Muhammad ibn Raschid Al Maktum
    Scheich von Dubai

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  2. Der Zitat vom Buddha habe ich verstanden. Gefällt mir sehr gut.

    Leider verstehe ich das zweite Zitat vom Scheich von Dubai nicht. Kannst Du mir bitte die Essenz erklären? Im Hinblick auf den Artikel.

    Herzlichen Gruß
    Georg

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  3. Die Wut und den Ärger zu unterdrücken sind in der Tat "ungesund" für die Seele und in Folge dessen auch für den Körper.
    Doch ist die Frage, wie ich diese Wut loslasse. Indem ich sie an den leite, der meine Wut ausgelöst hat? Oder lenke ich sie in andere Bahnen, beim Sport zum Beispiel kann man ganz wunderbar Ärger abbauen!
    Dies bleibt für mich in diesem Posting offen.

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  4. Durch Wut und Ärger lässt man sich eventuell zu sehr von seinem eigenen Weg ablenken. Ich denke das ist gemeint.

    Also: Offen ansprechen was einem missfällt und klar machen, dass es einen verletzt. Wut und Ärger möglichst gar nicht entstehen lassen.

    In einer respektvollen Diskussion kann man dann viel aus dem Weg räumen.

    Viele Grüße aus dem Heilbronner Unterland

    Herbert Seeger

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  5. Doch ist die Frage, wie ich diese Wut loslasse? (...) Dies bleibt für mich in diesem Posting offen.

    Lieber Anonymus, dieses Posting ist der 1. Teil einer Serie. Wenn Du dran bleibst wirst du jeden Samstag eine weitere Folge lesen können. Und am Ende dieser Serie wirst Du, wenn ich diese Artikel verständlich geschrieben habe, erkennen, wohin mit dem Ärger und wohin mit der Wut.

    Ich werde auch, jetzt wo du diese Fragen stellst, gerne auch darauf eingehen, was passiert wenn wir *nur* Ärger abbauen, oder die Wut an den Auslöser zurücksenden. Ich möchte mir gerne den roten Faden erhalten den ich mir für diese Reihe ausgedacht habe.

    Danke Dir für Deinen Beitrag.
    Georg

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